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MikroNews: Das vergangene Lesejahr

Marco Herack
4 minuten gelesen

Happy 2021.


Die Jahresmitte und das Jahresende dienen dazu, einen Blick zurückzuwerfen. Aufs Bücherregal. Im ersten Halbjahr schaffte ich schlappe 7 Bücher. Link zur Erinnerung. Im zweiten Halbjahr waren es 18.

Marcos Leseliste aus dem, zweiten Halbjahr 2020

Es ist immer schwierig, solche Listen in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen, da unterschiedliche Bücher, verschiedenen Zwecken dienen. Die nachstehende Reihenfolge ist daher meine Favorisierung im Sinne von: War das Buch geil und hat mir das Lesen etwas gebracht? Die Top-Werke erläutere ich dann kurz.

Hinweis: Für Friedrich Merz wird's Anfang Januar eine Crossover-Folge mit dem ‚Einmischen! Politik Podcast‘ geben.

1. Jeanine Cummins - American Dirt

Das Werk hat in den USA eine große Kontroverse ausgelöst. Die Autorin sei rassistisch, der Verlag hätte dafür eine/n Latinx anstellen sollen, die Autorin ist weiße Mittelklasse, etc.pp. Wen das interessiert, der wird auf Apple TV+ zwei Diskursfolgen bei Oprahs Bookclub finden.

Als unbescholtener Leser kann ich zum Buch nur sagen: WTF! Geschwindigkeit, Sog, Plot und Twist. Hier stimmt vieles. Vor allem aber führt die Autorin mich als Leser durch eine Welt, die mir verschlossen ist und ohne die Geschichte auch verschlossen geblieben wäre. Sie erzeugt Empathie und Verstehen. Das Buch hat lediglich eine Schwäche, und die hätte man ihm vorwerfen sollen: Es hat ein erwartbares Happy End für die Protagonistin. Da hätte ich mir mehr Bedürfnis nach Schmerz und Realität gewünscht. Das ist wahrlich zu westlich, auch wenn es das vielleicht zum Erfolg gebraucht hat.

2. Michael Thumann - Der neue Nationalismus

Man könnte sicher einwenden, dass man vieles, was Thumann schreibt, schon mal gelesen hat. Und fürwahr, so ist das. Aber er bringt das alles auch auf einen Punkt und setzt es in Kontext zueinander und das ist der große Verdienst dieses Werkes. Die Dringlichkeit des Krieges, für den neuen Nationalismus, wird so sichtbar und steht als Warnung im Raum. Sie fordert uns einen Umgang damit ab, denn auch wir könnten erfasst werden. Darüber habe ich mit ihm gesprochen und das könnt bei der ForeignTimes nachhören. https://foreigntimes.de/2020/10/29/foreigntimes035-der-neue-nationalismus/

3. James Baldwin - Nach der Flut das Feuer

Sagen wir es mal so: James Baldwin holt mich da ab, wo ich stehe. Es geht um das große Ganze und das Abverlangen der simplen Frage, wofür der weiße Mann den Rassismus eigentlich braucht. Die Sklaverei hat er überwunden, aber was steckt da noch drin und was treibt ihn an? Baldwin lesen heißt auch, an seine eigenen Grundsätze ranzugehen. In einer Zeit, in der wir uns um Worte streiten, entspinnt sich so eine fast schon heilsame Erinnerungsfunktion an das, worum es uns eigentlich gehen sollte.

4. Oliver Bullough - Land des Geldes

Als Zustandsbeschreibung dessen, was Oligarchie in einer globalisierten Welt ist und treibt, fand ich das Buch sehr erhellend. Fast alles war mir zwar bekannt, aber auch hier gilt es die Aufzählung im Gesamten zu würdigen, die sich mit der Frage verbindet, wie Steueroasen und Steueroptimierung auf unsere Gesellschaften zurückwirken. Nicht nur im Sinne nicht renovierter Schulgebäude, sondern auf unsere Art Geschäfte zu betreiben und dabei immer weniger Moral abzufordern, wenn denn nur das Geld stimmt. https://mikrooekonomen.de/podcast/episode/mikrobuch016-wie-man-sushi-von-nackten-geniesst/

5. Holmes Chan - Aftershock Essays from Hong Kong

Das Buch wird leider nicht mehr versendet und war, als ich zuletzt schaute, nur in Hong Kong erhältlich. Es bietet einen Einblick in den Journalismus, der die Proteste gegen das chinesische Unterordnungsbegehren begleitete. Alle Autorïnnen sind jung, also frisch bei der Sache. Sie leiden, sie litten. Vieles können sie nicht ertragen und die Zukunft, die wir jetzt kennen, schien nichts Gutes zu bieten. Sie hatten recht.

6. Franziska Tschinderle - Unterwegs in Albanien (Podcast)

7. Toni Morrison - Im Dunkeln spielen

8. Amartya Sen - Die Idee der Gerechtigkeit (Podcast)

9. Robert Byron - Der Berg Athos

10. Toni Morrison - Gott Hilf dem Kind

11. Patrick Dewayne - Geld kann jeder (Podcast)

12. Penguin Books - American Political Speeches

13. Maja Göpel - Unsere Welt neu denken (Podcast)

14. Friedrich Merz - Neue Zeit. Neue Verantwortung

15. Timothy Snyder - Und wie elektrische Schafe träumen wir Humanität Sexualität Digitalität

16. Penguin Books - American Political Speeches

17. Katrine Marcal - Machonomics (Podcast)

18. Helena Schiller-Roes - Jadwiga und Georg zwischen Traum und Wirklichkeit

...lest das nicht.

ForeignTimes zu Belarus

Bei der ForeignTimes habe ich zwei Folgen zu Belarus produziert, die jede für sich stehen kann, die aber beide gemeinsam wirken sollen. Zum einen mit Katja Artsiomenka, aus der Sicht der belarussischen Demonstranten und Bürger. Und mit Nadja Douglas vom ZOiS, die uns einen wissenschaftlichen Einblick gibt. In den Lesehinweisen werde ich euch ein Interview verlinken, das gerade auch die Folge mit Katja zugänglicher gestaltet.

Mikro200 Tesla ist zu unserem Jubiläum oben angekommen

Ja wirklich, es sind mittlerweile 200 Folgen. Also mehr als 200 Wochen, in denen dieser Podcast besteht. 2021 werden es 5 Jahre. Und nein, wir hätten es nicht gedacht. Vor allem nicht so, wie es sich nun entwickelt hat. Inhaltlich besprechen Hannah und Ulrich Telsa, Konnjunktur, Schulden und Kohlekraftwerke.

Mikro201 vom Libanon zur grünen Geldpolitik

Wir lieben den Libanon, aber als System ist das Land eine Katastrophe. Daher gibts zum Jahresende hin nochmal ein Update. Zur grünen Geldpolitik wollten wir schon länger mal unseren Senf dazu geben. Und in China erkennen wir einen größeren Finanzmarktumbau. Das wollt ihr wissen, wenn ihr es noch nicht vernommen habt. Es gibt plötzlich Risiken. Ein ernsthaftes Umdenken.

Mikro202 die letzte Folge in 2020

Das Jahr war hart. Wir werfen daher einen Blick auf trickle down economics, Börsenrekorde und Altmeiers Geheimniskrämerei um Studien die ihm nicht gefallen. Man man man.

Lesehinweise

Für dieses Interview mit Swjatlana Zichanouskaja lassen sich schwer Worte finden. Es scheint in Belarus eine Art Sinnsuche zu geben und zugleich nimmt man den Westen ernst und deckt dabei dessen innere Widersprüche auf. Etwas, womit wir uns beschäftigen sollten. Anders gesagt: Wir sind selbst auf einer Sinnsuche.

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